Leinenachrichten vom 05.10.2015: BI berichtet über Pläne für Haltung von 13 550 Puten – Region und Stadt bestätigen den Antrag

Ein Landwirt aus Pattensen will in der Pattenser Feldmark in der Nähe der Bundesstraße 3
zwei Putenmastställe bauen lassen. Das teilte die Bürgerinitiative (BI) gegen Massentierhaltung
jetzt mit. Von Stadt und Region wurde bestätigt, dass ein Bauantrag vorliegt.
Die BI will die Öffentlichkeit über die Pläne informieren.
VON KIM GALLOP
PATTENSEN.
Nach Auskunft von Wighard Dreesmann soll die Anlage in der Verlängerung des Piester
Weges zwischen den Äckern bei der B 3 gebaut werden. In den jeweils
130 Meter langen Ställen sollen insgesamt 13 550 Tiere gehalten werden.
Da die Zahl unter 15 000 Tieren bleibe, handele es sich um ein
normales Bauvorhaben, sagt Dreesmann. Die strengeren Vorschriften
nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) müssen erst ab einer Zahl von 15 000 Tieren
angewandt werden. „Wir müssen das zur Kenntnis nehmen, wir können
selbst keinen Einfluss nehmen“, befindet Dreesmann. Die BI
werde aber im nächsten Newsletter „Wendepunkt“ über die Pläne informieren.
Er selbst habe die Befürchtung, dass die Anlage – wenn sie
denn genehmigt wird – spätestens in zwei Jahren erweitert werde.
Die BI war 2010 von Anwohnern der Straßen Am Moritzberg, Braunschweiger
Straße und Jeinser Straße gegründet worden. Damals war
am gleichen Standort der Bau eines Putenmaststalls mit bis zu 40 000
Tieren geplant. Ein Bauantrag wurde aber nie gestellt. Die Gegner des
Vorhabens wiesen unter anderem auf die höhere Verkehrsbelastung
und die möglichen Gesundheitsgefahren hin, die von der Massentierhaltung
ausgehen können. Regionssprecherin Christina Kreutz hat auf Anfrage dieser Zeitung
die Aussagen der BI zu den aktuellen Plänen im Wesentlichen bestätigt.
Der Abstand der Ställe liege rund 680 Meter von der nächsten
Wohnbebauung entfernt. Beantragt seien auch der Bau einer Strohlagerhalle
und von vier Futtermittelsilos.Die Region als Bauaufsichtsbehörde
habe vom Antragsteller weitere Unterlagen angefordert,
sagt Kreutz. Diese würden geprüft, die Stadt Pattensen werde an dem
Verfahren beteiligt. Der Stadtverwaltung sei bekannt, dass der Bauantrag
gestellt wurde, erklärt Sprecherin Andrea Steding. Bürgermeisterin
Ramona Schumann habe auf die Nachricht mit den Worten
reagiert: „Begeistert sind wir natürlich nicht.“ Der Bürgermeisterin sei
bewusst, dass ein solcher Betrieb für Bedenken und Diskussionen
sorge. Der Landwirt wollte gegenüber dieser Zeitung keine Stellung nehmen.
Er wies darauf hin, dass es sich um ein Verfahren ohne Beteiligung
der Öffentlichkeit handele.

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